Der Zeichner: Max Stock



Max Stock ist in Berlin unterwegs, er zeichnet unentwegt, an jedem Ort, in den Bahnen - Straßen-, U- oder S-Bahn - im Bus, in Cafes, auch im Schwimmbad oder auf dem Fahrrad, im oder auch vor einem Museum – Max Stock prägt sich die Welt zeichnerisch ein, bevor sie dann in den unzähligen Skizzenbüchern quasi in den Pausen des Sehens, festgehalten wird, bevor sie später auf den Blättern des kostbareren Papiers erneut von seiner Hand entsteht.

Zeichnen, so wie Max Stock es tut, ist zuerst sehen, dann festhalten, die Figur, die Situation, die Dinge, den Augenblick. Das Wort ist Programm: Der Augenblick - was das Auge des Zeichners erblickt, wird das Besondere, festgehalten durch Linien, entsteht es neu auf den Blättern oder Leinwänden.

Die Linie ist das künstlerische Mittel von Max Stock. Mit ihr bildet er ab, schafft er neu: die Bilder von Dingen oder von Menschen. Die Linie kommt in der Natur so nicht vor, sie kann nur Gedacht oder geschaffen werden. Mit Linien erzielt Max Stock Ähnlichkeit und Genauigkeit, schafft Bilder die mehr Auskünfte bereithalten über seine Sicht auf die kleinen Dinge des Lebens in dieser großen Stadt Berlin.

Max Stock sieht vielleicht anders, aber was er sieht, seine Augenblicke, überraschen uns, rühren uns an, erfreuen uns. Der tägliche Blick auf den Kalender, zufällig dann auch über die Datumsleiste hinweg wird etwas besonderes sein und das jeden Tag anders und monatlich neu.

Reinhard Kraetzer, 2012