Hans Steger (1907-1968)
Hans Steger, auch Johannes Steger war ein deutscher Bildhauer. der in Dresden lebte und seinen Lebensunterhalt überwiegend mit Kunst am Bau verdiente.
Er studierte in Dresden bei Georg Wrba und ab 1928 an den „Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst“ in Berlin bei Wilhelm Gerstel, ebenso wie Fritz Cremer, Gustav Seitz und Waldemar Grzimek. 1954 wurde er Professor für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.
Steger hat ein verhältnismäßig überschaubares Oeuvre geschaffen, das von einer unverwechselbaren Formensprache gekennzeichnet ist, die in der Tradition seines Lehrers und auch in der Tradition Wilhelm Lehmbrucks steht. Die Virtuosität in der Komposition, das Ringen um Maß und Proportion zeichnen Stegers Skulptur aus und verdeutlichen seine bildhauerische Leistung. Charakteristisch für seine Kunst ist ein sensibler Umgang mit den Formen des menschlichen Körpers in seinen Statuetten. Ohnehin ist es vor allem das kleinere Format, das Steger als adäquates Ausdrucksmittel seiner Kunst gefunden hat. Seine weiblichen Torsi sind geprägt von einer genauen Beobachtung von Körperhaltungen, Schritt- und Standmotiven. Die Torsierungen der Körper werden hierbei nicht eingesetzt, um das Fragmentarische, die Hinfälligkeit oder Zerstörbarkeit menschlicher Existenz zu veranschaulichen, wie es viele Bildhauer gerade in den 1960er Jahren anstrebten. Stegers weibliche Torsi behalten trotz der fehlenden Arme oder Köpfe ein vitales Zentrum, von dem aus sich das Bewegungspotenzial des Leibes harmonisch entfaltet. Das aufrechte Stehen ist zu keiner Zeit gefährdet, auch wenn die Arme und Beine wie gerade bei der „Aufsteigenden“ immer dünner werden und der Stand auf nur einem Bein instabil anmutet. (Astrid Nielsen, 2018)
Steger hat diese Figur bereits 1932 in einer Wachsskizze angelegt. Ab 1965 beschäftigt ihn dieses Motiv in Zeichnung und Modell erneut. Die "Aufsteigende" wurde in der VII. Deutsche Kunstausstellung der DDR 1972/73 in Dresden gezeigt.